Inspiration, Sport

Radtour: Traisental

Regenjacke, Unterwäsche, Socken, Zahnbürste, Pyjama, 2 Müsliriegel … nur das Wichtigste packe ich in meine Satteltasche am Lenker und ab geht es mit dem Rad zur Schnellbahn. Da mein Sohn seit heuer in Lilienfeld in die Snowboard Schwerpunkt Schule geht und ich die Strecke seit September gefühlt schon 50mal gefahren bin, beschließe ich meine Urlaubstage und das traumhafte Herbstwettwr zu nutzen und diesmal mit dem Rad nach Lilienfeld zu fahren und wieder heim. Weil ich vormittags nach einiges zu tun habe, geht es mittags mit der S40 nach Traismauer. Dann rauf auf das Rad zweimal links abbiegen und ich bin am Traisentalradweg. Dieser 111km lange Radweg führt vom Donauradweg nach Mariazell und gerade der erste Teil zwischen Traismauer, Herzogenburg und St. Pölten ist wirklich ein Genuss. Es geht ständig dem Wasser entlang, die Wiesen sind noch saftig, die Bäume wunderschön verfärbt. Es geht gemütlich flach dahin und auf 25km Länge sehe ich kein einziges Auto, stattdessen beobachte ich Reiher und Wildenten und genieße die Sonne, die mich auf der Nase kitzelt. Nach St. Pölten beginnt der Weg immer wieder leicht anzusteigen, aber das ist bis Lilienfeld für jedermann/frau/kind leicht machbar. Nach gemütlichen 3 Stunden sehe ich das Stift Lilienfeld und freue mich auf eine Yogaklasse mit Lennys Trainingsgruppe. Radfahrer, Pilger und Wanderer sind hier oft unterwegs, erzählt mir Frau Moser, die eine kleine Privatunterkunft betreibt. Ich schlafe herrlich, trinke morgens noch ein wärmende Tasse Kaffee mit ihr radle um 8:30 wieder los. Vom Stift Lilienfeld zum Stift Klosterneuburg. 100km liegen vor mir. Womit ich nicht gerechnet habe: 5 Grad Außentemperatur. Also Handschuhe mit Fingern dran hätten nicht geschadet. Bis St. Pölten liegt der Radweg noch im Schatten und es geht leicht bergab. Da wird mir auch beim schneller radeln nicht wärmer, eher im Gegenteil. Aber was soll’s, die schöne, wunderbar ruhige Umgebung, das entschleunigte Fortbewegen durch die Landschaft macht es wieder weg. Vor allem ab St. Pölten ist die Traisen wirklich ein Naturparadies und sehenswert. Bei Traismauer kaufe ich mir Frühstück und radle noch vor zur Donau. Pause. Essen gut … Wind weniger. Sollte die Donau nicht nach rechts Richtung Wien fließen. Der Wind drückt das Wasser Richtung Krems. Toll. 50km liegen noch vor mir … gegen den Wind. Mein Hintern tut auch schon weh. Die Schnellbahnstation wäre verlockend nah, aber mein Dickschädel gewinnt. Also steige ich wieder aufs Rad und ärgere verbissene Rennradfahrer, weil ich durch verträumtes in der Gegend rumschauen, gern mal die Spur verliere. Aber was soll’s: Stress habe ich keinen bei dem Wind. Dazu kommt eine kilometerlange Umleitung bei Zwentendorf … juhu … im Tullnerfeld kommt der Wind seitlich und von vorne. Bei Tulln überlege ich kurz ins Schiele-Museum zu gehen und dann in die Schnellbahn einzusteigen, aber nein. Es sind nur noch 25km. Im Vergleich zum Traisentalradweg ist der Donauradweg auch im Oktober stark befahren – wenn ihr euch entscheiden müsst, wählt die Traisen, anspruchsvoller Richtung Mariazell, familienfreundlicher Richtung Traismauer. Aber ich radle durch. Endlich sehe ich Greifenstein (auch eine S-Bahn Station). Jetzt geht es wirklich nach Hause. Und da … das Stift Klosterneuburg. 6 Stunden am Rad, 2000 Kalorien verbrannt, 100km in den Beinen. Was für eine Tour. Mach ich sicher wieder … nur schaue ich mir wahrscheinlich davor an in welche Richtung der Wind bläst 😉

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